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Flughafen Tempelhof

 
 
 
 
 
 
 
Platz der Luftbrücke, 12101 Berlin
Charlottenburg


Seit dem Desaster um den neuen Flughafen BBI (Berlin-Brandenburg-International – auch Flughafen Willy-Brandt genannt) wird dieser Terminus Technicus etwas weicher ausgesprochen, nämlich „Fluch-Hafen“. Und auch auf dem Tempelhofer Airport scheint ein Fluch zu liegen, denn die Mutter aller Flughäfen (nach Sir Norman Foster) dämmert im Dornröschenschlaf einer ungewissen Zukunft entgegen. Und das, obwohl kaum ein Ort in Berlin derart emotional besetzt ist wie dieser, denn dieser Ort half Berlin (West) während der russischen Blockade zu überleben und sicherte Tausenden von Flüchtlingen aus der DDR das Entkommen aus dem Ostblock.
Fragen Sie einen ehemaligen Flüchtling nach seinen Gefühlen, als er erstmalig in seinem Leben in einer PanAm-Maschine saß und in Tempelhof Richtung Westen abhob – er wird noch heute feuchte Augen bekommen !

Es gibt aber noch weiter Gründe, die diesen Flughafen zu etwas Besonderem machen, dazu ein Griff in die Geschichte:

Deutschland gehörte Anfang des vorigen Jahrhunderts zu den Flugpionieren, schließlich hatte Otto Lilienthal ja das Flugzeug erfunden (die Gebr. Wright haben dann eben den Motor dazu konstruiert). Der erste Flughafen Berlins, Johannisthal (das ist am Bahnhof Schöneweide), wurde für Passagierbetrieb zu klein. Seit 1924 wurde dann auf dem ehemaligen Exerzierplatz Tempelhof ein größerer Flugplatz geplant (und gebaut).
Seit 1933 wurde aber nicht mehr gekleckert, sondern geklotzt. Ernst Sagebiel hatte den Planungsauftrag und es entstand das größte Gebäude der Welt (wurde erst später durch das Pentagon abgelöst) und ist noch heute mit einer Länge von 1,2 km eines der längsten. Das Gebäude sollten alle Einrichtungen und Ministerien umfassen, die mit Flugbetrieb zu tun hatten, gleichzeitig als Tribüne für Flugshows herhalten und natürlich auch militärischen Zwecken dienen.
Was viele nicht wissen : Das gesamte Ensemble rund um den Platz der Luftbrücke wurde schon in den Speer´schen Plan für die Reichshauptstadt GERMANIA eingebunden, d.h. ähnliche Rondells wie dort waren schon an anderen Plätzen vorgesehen. Der 2. Weltkrieg hat den Ausbau dann unterbrochen, Tempelhof ist nie richtig fertig gestellt worden (scheinbar ein Schicksal vieler Flughäfen !?). Immerhin war er der einzige Flughafen, wo man (aufgrund des riesigen Vordachs) trockenen Fußes aus dem Clipper steigen konnte und nach 50 m Fußweg am Gepäckband stand – das schafft heute Keiner mehr.

Nach dem Krieg lag der Flughafen im amerikanischen Sektor und war der wichtigste Luftstützpunkt der Westalliierten während der Blockade – die Landebahn in Tegel wurde z.B. erst während der Blockade gebaut. Er war mit Sicherheit auch ein Stützpunkt des CIA und ähnlicher Einrichtungen, noch heute kann man im Inneren ein abhörsicheres Haus im Haus besichtigen.
Er war gleichzeitig auch das größte Ärgernis für Walter Ulbricht, denn wer – wie auch immer – Westberlin erreichte, konnte von hier aus unbehelligt ausfliegen (deshalb war die Flugroute nach Hannover auch immer stark subventioniert). Noch kurz vor dem Mauerbau war eine der Forderungen der DDR, dass die Passagierlisten (!) der Luftsicherheitszentrale zur Genehmigung vorgelegt werden sollten.

Da die vertraglich abgesicherten Luftkorridore nur für die Westalliierten galten, war Flugverkehr nur über diese in Richtung der ehemaligen „Besatzungszonen“ garantiert, die später einsetzenden Charterflüge wurden nur geduldet – und mussten ebenfalls aus einer der Siegernationen heraus betrieben werden.

Erst ab 1990 durfte die Lufthansa an den Ort ihrer Gründung (1926) wieder zurück und der Flughafen Tempelhof erlebte eine kurzfristige Renaissance. Diese schien aber die Anwohner zu nerven, hatten diese sich doch schon seit 1968 an den Flughafen Tegel gewöhnt.
Jedenfalls wurde groß geplant, wie Berlin zur Weltmetropole wird und das – wie auch immer zustande gekommene – Konzept sah dann vor, dass Schönefeld zum Großflughafen ausgebaut wird, dagegen die beiden City-Flughäfen Tempelhof & Tegel geschlossen werden – wenn denn BBI irgendwann einmal fertig ist. Ersteres ist erfolgt, ohne das ein Konzept für die Nachnutzung vorlag, letzteres wird noch heftig diskutiert, denn BBI erweist sich jetzt schon als zu klein.

Ein Bürgerentscheid über die Randbebauung ist gerade gescheitert, selbst ein kleiner Privatflugplatz scheint der Bevölkerung zu viel, da lässt man lieber Drachen steigen. Für Jogger, Skater, Biker und alles, was ein bisschen Platz benötigt, natürlich ein Paradies, und wer es etwas ausführlicher möchte, kann sich einer Gruppenführung anschließen. (http://www.thf-berlin.de/flughafengebaeude/gebaeudefuehrungen/gruppenfuehrungen/ )


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