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Der Tränenpalast

 
 
 
 
 
 
 
Reichstagsufer 17, 10117 Berlin
Charlottenburg


„Friede den Hütten, Krieg den Palästen“ hieß es mal bei Georg Büchner, das hat die DDR aber als Arbeiter- und Bauernstaat nicht daran gehindert, Paläste zu bauen. Friedrichstadtpalast ist ein bekannter, der andere war der Palast der Republik. Wahrscheinlich ist diese Renommiersucht schuld daran, dass der traurigste Ort der (untergegangenen) DDR hinter vorgehaltener Hand dann Tränenpalast hieß. Nunmehr ist der Name ganz offiziell. Was verbirgt sich dahinter ?

Formal war er eigentlich eine ganz normale Abfertigungshalle mit Gepäck- und Passkontrolle, wie sie an vielen Staatsgrenzen üblich ist. Den gravierenden Unterschied machte aus, dass die Staatsgrenze zwischen der DDR und allen westlichen Bereichen eben nicht normal war – dieses muss manchmal Menschen jüngeren Alters mühsam klargemacht werden.

Unnormal war, dass Bürger des eigenen Staates das Land üblicherweise nicht verlassen durften und dass es auf der Westseite keine Einreisekontrolle gab, alldieweil die „Grenzorgane“ beider Staaten nicht miteinander kooperierten, sondern sich gegenseitig eher ignorierten.
Insofern musste die Grenzabfertigung für Bahnreisende auf dem Bahnhof Friedrichstraße, der sich bereits 1 km innerhalb der DDR befand, abgewickelt werden. Der gesamte Bahnhof glich einer Katakombe mit streng getrennten Bereichen für In- und Ausländer, der Platzmangel war dann auch der Grund, eben diese Halle (Tränenpalast) etwas außerhalb der ursprünglichen Bahnhofs zu bauen. Üblicherweise mussten hier die DDR-Bürger ihren Besuch aus dem goldenen Westen verabschieden, wohl wissend, dass sie erst im Alter als Rentner in den Genuss eines Ausreise-Visums kommen würden. Da flossen eben so manche Tränen.
Beim Westbesucher waren es aber eher Tränen der Wut oder Verzweiflung, denn jede Grenzabfertigung (Ein- wie Ausreise !) glich einem Spießrutenlaufen und konnte schon aus geringstem Anlass ein mehrstündiges Verhör oder sogar Arrest nach sich ziehen.

Alle Verbote und Regelungen hier aufzuzählen ist müßig, im Tränenpalast wird anhand symbolischer Koffer beispielhaft gezeigt, welche Geschichten sich hier abgespielt haben. (Schon eine Rolling-Stones-Platte im Gepäck war staatsfeindliche Hetze)

Und wer will, kann noch einmal nachempfinden, wie man sich bei der – in Einzelzellen separierten – Passkontrolle gefühlt hat. Bei Gruppen wusste man nie, wer tatsächlich auf der anderen Seite ankommt. Und von der Devisenproblematik wollen wir gar nicht erst anfangen, das würde Bände füllen.

Kompliziert genug ist die Historie des Tränenpalastes seit 1990, denn aus der Grenze eine Touristenattraktion zu machen, fiel dem Senat erst relativ spät ein. (Ähnliches passierte ja auch am Checkpoint Charlie, an der Bornholmer Brücke und in der Bernauer Straße: Erst durch ständige Nachfragen der Berlin-Besucher wurden die Orte zu dem, was sie heute sind). So wurde aus der Abfertigungshalle erst eine Kleinkunstbühne und schließlich 2003 ein Denkmal, was man dem Käufer des Areals aber verschwiegen hatte. Von den erhaltenen 17 Mio Euro musste man daher insgesamt 12 Mio an Betroffene zurückzahlen – einer der vielen Wende-Skandale.

Trotz allem wurde der Ort in eine ständige Ausstellung umgebaut – bei freiem Eintritt. Äußerlich wieder an das Aussehen von 1961 angelehnt – der Durchgang zum Bahnhof wurde aber abgebaut – zeigt er Dokumente, Artefakte und Filme rund um das Problem der deutschen Teilung und des Grenzverkehrs in kompakter und leicht verständlicher Form. Ein Besuch ist allemal zu empfehl


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