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Der Kurfürstendamm

 
 
 
 
 
 
 
Kurfürstendamm
Charlottenburg


Der Kurfürstendamm (= Ku-Damm) in Berlin ist nicht irgendeine Straße, sondern eine Institution

Der Grad der Prominenz ist vielleicht nur mit der des Brandenburger Tors vergleichbar, alle großen Firmen bemühen sich um eine Ku-Damm-Adresse, deren Wert sich in Mark & Pfennig überhaupt nicht berechnen lässt - selbst für eine Hinterhofwohnung mit Ku-Damm-Hausnummer würden Architekten und Anwälte ihr Erstgeburtsrecht opfern.

Das ist zwar – zugegeben – eine kühne Behauptung, aber wenn man heute die Erinnerungen an den Fall der Mauer nachliest, so haben (fast) alle Ostberliner jahrelang vom Ku-Damm geträumt und ihn dann auch in der Nacht der Nächte (vom 9. auf den 10.November) als erstes besucht. Und wenn dann Deutschland wie in diesem Jahr die Fußball-WM gewinnt, wohin gehen dann alle Auto-Korsos?
Man ahnt es bereits: Zum Kurfürstendamm

Warum ist der Kurfürstendamm so prominent ?
Dafür gibt u.E. drei Gründe (wir sind aber lernfähig): 1. einen historischen 2. einen bautechnischen 3. und einen politischen Grund

1.) Die wachsenden Metropolen des Industriezeitalters (London, Paris, Berlin u.a.) hatten früher meist ihre vornehmen Viertel im Westen, denn bei überwiegendem Westwind in unseren Breiten wehte den Qualm der Schornsteine zu 80 % in den Osten. Das Westend war also immer eine feine Adresse (und so hieß das KaDeWe denn auch schon 1908 Kaufhaus des Westens).

2.) Möglicherweise aus diesem 1. Grund entschloss sich Otto von Bismarck 1875, den im Westen gelegenen Churfürsten Damm zu einer Prachtstraße mit 53 m Breite ausbauen zu lassen und hatte dabei die Pariser Champs-Élysées im Kopf, die allerdings Einiges breiter ist. Der Bau der U-Bahn aus der alten Mitte in den Westen von 1902 und eben das KaDeWe von 1908 machten aus der ehemaligen Wohnhaus-Allee dann eine gefragte Einkaufsstraße. Nur hier findet man Bürgersteige, die Platz für Straßencafés und Schauvitrinen haben, an einigen versteckten Stellen kann man noch die ehemaligen Vorgärten erahnen.

3.) In der Zeit des Kalten Krieges war der Ku-Damm dann natürlich das Schaufenster des Kapitalismus, des Schwarzmarkts, des Wirtschaftswunders, des florierenden Westens und der daraus resultierenden Dekadenz. Bezeichnenderweise hatten sich die westlichen Alliierten eben auch immer die westlichen Zonen und Sektoren reservieren lassen, so war der Begriff WEST und OST in Berlin auch immer ideologisch mit gut und schlecht besetzt.
Nach dem Mauerbau von 1961 hatte das Lied von Hildegard Knef „Ich hab so´n Heimweh nach dem Kurfürstendamm“ dann eindeutig melancholische Züge, wenn der alten Bedeutung des Boulevards einer Weltstadt nachgetrauert wurde, denn danach ging es ständig bergab mit dem Kudamm.

Nunmehr erinnern sich etliche Investoren des Ku-Damms, in Berlin-Mitte werden sie zudem durch ständige Straßensperren wegen hochrangiger Politiker genervt. Nachdem die Gegend um den Zoo durch den neuen Zoo-Palast, das Bikini-Haus, das Waldorf Astoria und demnächst durch das Upper West wieder attraktiver geworden ist, könnte der nahegelegene Ku-Damm davon auch profitieren – obwohl das Internet ja angeblich die Straßengeschäfte gefährdet.
Wir werden sehen - - - denn schon in einem Schlager der 50er Jahre hieß es: „Wer mal am Kurfürstendamm seinen Kaffee trank, kommt immer wieder nach Berlin !“

Sehens- und Merkwürdigkeiten am Ku-Damm : - Am Lehniner Platz die Schaubühne, ein ehemaliges Kino aus den 20er Jahren im Stile der „neuen Sachlichkeit“ - Am Ku-Damm 70 das schmalste Haus Berlins - unten nur eine Tür breit! - Am Ku-Damm 193 das Haus Cumberland von 1911 mit drei Lichthöfen - Am Ku-Damm 18/19 das Café Kranzler (siehe Gourmet-Spots) - Am Anfang des Ku-Damms die Gedächtniskirche, eine Turmruine mit zwei neueren Anbauten (Lippenstift und Puderdose)

Nota bene: - Der ursprüngliche Knüppeldamm durch den morastigen Forst war für den Kurfürsten Joachim II. gedacht, wenn er zum Jagdschloss Grunewald reiten wollte. - Der Ku-Damm fängt erst bei Hausnummer 11 an, was nicht alle Taxifahrer wissen. Nummer 1 bis 10 heißen heute Budapester Straße, d.h. die Gedächtniskirche stand früher auf einer Mittelinsel. - Nicht zuletzt deshalb wollten einige Geschäftsleute den jetzigen Tauentzien in Kurfürstendamm umbenennen, wohl in der Annahme, dass dann endlich die fehlenden Hausnummern wieder vergeben werden. Aber da kennen sie die Deutschen Behörden schlecht – undenkbar!


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wölfchen   |   2014-10-26 20:38:52
Top-Beschreibung / Hier bin ich lieber als am Alex / Dank Internet sind die Sexshops und -kinos alle weg / Leider ist auch die Straßenbahn weg, wo sich die "zwei Frauen vom Kurfürstendamm" immer an der Haltestelle getroffen haben (Günter Neumanns "Insulaner" hatte die im Programm) / und statt ins "Möricke" kann man jetzt ins "Grosz" gehen / Namen ändern sich - Inhalt bleibt





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